Von Digitalbonus bis zur Digitalisierungsprämie - Wie digital arbeitet der Süden Deutschlands

Der digitale Süden in Deutschland – oder doch nicht? 

Die südlichsten deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg gehören zu den wirtschaftlich stärksten Bundesländern in Deutschland. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzt der wirtschaftsstarke Süden Deutschlands auf die Digitalisierung

Spätestens nach der vergangenen Bundestagswahl ist das Thema „Digitalisierung“ auch in Deutschland angekommen. Dabei wurde nicht nur über den Breitband- und Glasfaserausbau in privaten Haushalten und über die Modernität in Schulen diskutiert,  sondern auch über die Digitalisierung in Unternehmen. Im Rennen um den digitalen Vorreiter ist Bayern klar vor Baden-Württemberg. In Zukunft soll diesbezüglich ein Hauptaugenmerk gelegt werden, da beide Länder im internationalen Vergleich langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren. 

 

Deutschland nicht mal in den Top 10

Die deutsche Wirtschaft begegnet dem Thema Digitalisierung eher unrühmlich. Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland nicht einmal in den Top 10. Genauer gesagt befindet sich Deutschland im Ranking auf Platz 13 und auf einer Stufe mit Australien, Neuseeland oder Dänemark. Für die weltweit viertgrößte Volkswirtschaft und dem innovativen Deutschland ist das eine schlechte Nachricht, zumal die Digitalisierung eine der schnellst wachsenden Branchen ist und künftig der Schlüssel zur wirtschaftlichen Stärke und Wettbewerbsfähigkeit sein wird. In der Digitalisierung führend sind USA, Schweiz, Niederlande, Skandinavien, Japan und Südkorea. 

Laut OECD hält Deutschland lediglich im Einsatz von Robotertechnik international mit, welche insbesondere in den großen deutschen Unternehmen aus der Automobilbranche zum Einsatz kommen. In den Bereichen Big Data und Cloud-Computing ist Deutschland nahe dem Schlusslicht. Die mangelnde Bereitschaft zur Digitalisierung in Deutschland ist begründet durch die Skepsis gegenüber der Datensicherheit, in der Deutschland laut OECD führend ist. Mit Digitalisierungsprämien und Digitalbonus soll Deutschland nun digitaler werden. 

 

Millionenprämien zur Forderung der Digitalisierung in Unternehmen

Um - wie der Württembergische Innenminister Thomas Strobl einst sagte - Den digitalen Teppich zum Fliegen zu bringen, werden deutschlandweit sogenannte Digitalisierungsprämien bzw. Digitalbonus an mittelständische Unternehmen ausgeschüttet. Die Budgets, Formen und Existenz der Digitalisierungsprämien finden auf Länderebene statt und variieren innerhalb Deutschlands stark.  

In 2017 rückten insbesondere die Länder Bayern und Baden-Württemberg in Erscheinung, die mittels Digitalisierungsprämie (BaWü) und Digitalbonus (Bayern) mittelständische Unternehmen bei der Einführung und Umsetzung eines Digitalisierungsvorhabens finanziell unterstützten. Diese Töpfe waren aufgrund der hohen Nachfrage in kurzer Zeit vollständig erschöpft. 

 

Mit Digitalisierungsprämie und Digitalbonus zum digitalen Mittelstand

Insbesondere die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg stellen jüngst beachtliche Budgets für den digitalen Fortschritt speziell im Mittelstand zur Verfügung. Die Digitalisierungsprämie vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg förderte 2017 mit einem Budget von 2,2 Mio. Euro, Digitalisierungsvorhaben des Württembergischen Mittelstands. Dieser Zuschuss wurde schon Ende September, aufgrund der enormen Nachfrage nach der Digitalisierungsprämie beendet. Mit der Digitalisierungsprämie wurden bis zu 50% der Investitionsausgaben bezuschusst. 

Diese Prämie soll 2018 mit einem begrenzten Budget wieder ausgeschüttet werden. Laut Thomas Strobl soll Baden-Württemberg zum digitalen Vorreiter werden, was u.a. durch diese Prämien gefördert wird. „Die Digitalisierung verändert die Welt – Sie passiert nicht irgendwann, sondern jetzt“, so Strobel: „Nirgendwo steck so viel Innovationskraft wie hier“. Die Digitalisierungsprämie soll den Mittelstand dazu bewegen sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, denn davon hängt die wirtschaftliche Zukunft Baden-Württembergs ab. 

Weitere Informationen zur Digitalisierungsprämie und den Förderantrag finden Sie hier: >>https://www.fido-buerosysteme.de/digitalisierung-im-mittelstand<<

 

Das Land Bayern verfolgt dieses Ziel mit größeren Ressourcen. Rund 45 Mio. Euro werden pro Jahr über den Digitalbonus ausgeschüttet. Die verfolgten Ziele sind bei beiden Ländern gleich, die Umsetzung weicht jedoch voneinander ab. Der Digitalbonus wird monatlich bis zu einem festgelegten Kontingent ausgeschüttet. Die Zuschüsse variieren zwischen 10.000 – 2 Mio. Euro je nach Digitalisierungsmaßnahme. Das Förderprogramm und die Ausschüttung des Digitalbonus läuft bis 2020. 

Weitere Informationen zum Digitalbonus und den Förderantrag finden Sie hier: >> Informationen-Digitalbonus-Bayern <<

Bei den Gesamtausgaben für die Digitalisierung ist Bayern Spitzenreiter. Insgesamt werden rund 5,5 Mrd. Euro bis 2022 in die Digitalisierung investiert. Der Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beispielsweise rechtfertigt dies wie folgt: „Mit unserer Digitalisierungsstrategie wollen wir dafür sorgen, dass unsere bäuerlichen Betriebe sowie Wein- und Gartenbau zukunftsfähig bleiben.“ 

 

Viele Bundesländer erkennen den Ernst der Lage nicht

Auch wenn im Süden Deutschlands die Chancen der Digitalisierung und die Notwendigkeit eines Förderprogramms längst erkannt wurden, verläuft die digitale Entwicklung in vielen anderen Teilen Deutschlands nur schleppend. Paradebeispiel für die schleppende Entwicklung ist Nordrhein-Westfalen. Dort soll in Kommunen bis 2031 ausschließlich die digitale Akte verwendet werden. Besonders in Kommunen sei die Digitalisierung längst überfällig, um sich von alten bürokratischen Strukturen zu lösen. Franz-Reinhard Habbel, Vertreter vom deutschen Städte- und Gemeindetag macht die langsame Entwicklung an einem Argument fest: „Tesla-Gründer Elon Musk plant, im Jahr 2025 die ersten Menschen auf den Mond zu befördern. Das Land NRW will bis 2031 die elektronische Akte einführen – da werden also schon sechs Jahre lang Menschen auf dem Mond spazieren.“ 

 

 

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